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Einführung ins effektive Klettertraining Gimme Kraft!   Die Kraft und andere Einflussgrößen im Zusammenhang mit Deiner Kletterleistung  „Genügend Kraft ist ein Zustand, den es gar nicht gibt“ – betrachtet man dieses Zitat der  Kletterlegende Wolfgang Güllich scheinen Klettern und Kraft untrennbar zusammen zu gehören.  Welcher Kletterer kennt nicht dieses gute Gefühl: Sich stark fühlen und die allgegenwärtige  Schwerkraft für eine kurze Zeit einfach vergessen!   Doch die reine Muskelkraft stellt nur einen Teilbereich der trainierbaren körpereigenen Ressourcen  dar, die für die Realisierung der sportlichen Leistung „Klettern“ bedeutsam sind. Klettern ist eben nun  mal mehr, als sich mit Klimmzügen die Wand hochzuziehen! Der Trainingswissenschaftler spricht  beim Thema Kraft von einer konditionellen Komponente (im Gegensatz zu beispielsweise  koordinativen Komponenten wie der sportartspezifischen Technik) aus dem vielfältigen Spektrum  leistungsbestimmender Faktoren. Nun gut, aber dann sollte doch Krafttraining als eine Einflussgröße  eine Steigerung meiner Leistung bewirken, oder etwa nicht? Leider sind die Dinge nicht so einfach!  Die Trainingswissenschaft stellt mehr und mehr fest, dass sich die sportliche Leistungssteigerung  durch Training als  ein hochkomplexes Gefüge individuell interagierender Faktoren darstellt, das nicht  durch lineare Modelle beschreibbar ist (Hottenrott & Neumann, 2010). Ebenso reicht das  klassische  Superkompensationsmodell (z.B. Jakovlev, 1977) nicht aus, um Anpassungsprozesse aufgrund von  körperlicher Beanspruchung umfassend zu erklären und die komplexen Zusammenhänge  darzustellen. Trainingswissenschaftler entwickeln deshalb verstärkt neue Modelle, wobei sie auf so  unterschiedliche Wissenschaftsdisziplinen wie die Molekularbiologie (Neumann & Berbalk, 1991)  oder die Arbeitswissenschaft (Olivier, Marshall & Büsch, 2008) zurückgreifen. Darüber hinaus dürfen  die psychischen Beanspruchungen des sportlichen Trainings und die darauf folgenden  Bewältigungsprozesse nicht außer Acht gelassen werden (Schlicht, 1989). Einige dieser neuen  Modelle werden auch im Krafttraining bereits erfolgreich angewendet, wie z.B. die  Belastungssteuerung durch die 2‐Faktoren‐Trainingstheorie. Im Gegensatz zur  Superkompensationstheorie stellt sie Ermüdung und Leistungsfähigkeit als zwei getrennt  voneinander ablaufende Prozesse dar und ermöglicht so eine komplexere Planung von Belastung,  Ermüdung und Leistungssteigerung (Zatsiorsky & Kraemer, 2008). Dennoch gelingt bisher keinem  Modell eine detaillierte Beschreibung aller Wechselwirkungen von Trainingsreizen mit dem  menschlichen Körper. Abgesehen von einer grundlegenden Kenntnis der aktuellen Trainingslehre ist  es deshalb sehr wichtig, ein gutes Gespür für seinen eigenen Körper zu entwickeln und auf die  Erfahrung eines guten Trainers zu vertrauen.   Kommen wir nun zur Kraft als konditionellem Faktor Deiner Leistungsfähigkeit zurück: Deine  Kletterleistung kann sich folglich nicht optimal weiterentwickeln, wenn Du die Kraft als isolierte  Einflussgröße betrachtest. Wir wollen versuchen, die Vorgänge etwas zu vereinfachen: So einfach wie  möglich und so komplex wie nötig heißt dabei unsere Devise!    Geht es darum, Körperkraft in Bewegungen umzusetzen, müssen die konditionellen Anteile deiner  Leistung, wie z.B. die Maximalkraft oder die Kraftausdauer immer in Verbindung mit den  koordinativen Anteilen deiner Leistung betrachtet werden. Dies lässt sich vereinfacht in folgender  Grafik darstellen:    1 © Copyright by Café Kraft GmbH Einführung ins effektive Klettertraining      Konditionelle  koordinative  Leistungsanteile  Leistungsanteile      Abb. 1: Wechselbeziehung zwischen konditionellen und koordinativen Leistungsanteilen (nach Hotz  et al., 2005)  Die konditionellen Anteile Deiner Leistungsfähigkeit (Abb. 1: linke Seite) können nur optimal und  effizient umgesetzt werden, wenn Du es schaffst, diese in der sportlichen Bewegung richtig zu  steuern und zu dosieren (Abb. 1: rechte Seite). Wissenschaftliche Studien belegen sogar, dass schnell  zunehmende Kraftfähigkeiten die koordinativen Strukturen der sportartspezifischen Bewegungen  beeinträchtigen 

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